<< zurück

Aktuelles
23.11.2007
Der europäische Kampf gegen Flüchtlinge

Diskussionsveranstaltung
Kulturzentrum Lagerhaus
Migrationsbereich: 3. Etage, Schildstrasse 12-19 in Bremen
20.15 Uhr

Der europäische Kampf gegen Flüchtlinge: 10 000 Tote an den Außengrenzen der Union. Eine menschliche Katastrophe außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung

Ein Samstag im Oktober. Ein spanisches Fischerboot trifft 157 km vor den Kanarischen Inseln auf ein anderes, in Seenot geratenes Schiff.
An Bord: Ein einzelner Überlebender, neben ihm sieben Tote. 56 weitere Menschen waren bereits zuvor verdurstet und über Bord geworfen worden, als dem Schiff auf offener See der Treibstoff ausgegangen war.
Ziel: Europa - um jeden Preis.

Ein Vorfall, der sich so oder ähnlich immer wieder an den Seegrenzen der Europäischen Union zuträgt und dennoch kaum Erwähnung findet. Nur vereinzelt berichten Zeitungen darüber, kein Fernsehsender ist zur Stelle, um auf die sich seit Jahren zuspitzende Situation aufmerksam zu machen.

Während der Irakkrieg oder Menschenrechtsvergehen in Guantanamo die Medien-Maschinerie in einen erhöhten Erregungszustand versetzen, sind es solche Nachrichten, die nur selten den Sprung zum berichtenswerten Ereignis schaffen. Europa gefällt sich in der Rolle des freiheits- und friedenshütenden Akteurs internationaler Beziehungen. Daher ist kaum Platz für Meldungen wie diese.

Schätzungsweise 10 000 Menschen sind in den vergangenen zehn Jahren an den europäischen Grenzen bei dem Versuch der illegalen Einreise ums Leben gekommen. Europa versucht diese Form von Migration um jeden Preis zu verhindern. Welche Gründe gibt es dafür? Wie versucht die EU ihre Politik konkret durchzusetzen? Welche Konsequenzen hat dieses Vorgehen für die Betroffenen?

Diese und andere Fragen werden auf der Informations- und Diskussionsveranstaltung am 23 November um 20.15 im Kulturzentrum Lagerhaus, Migrationsbereich: 3. Etage, Schildstrasse 12-19 in Bremen diskutiert.

Zu Beginn wird der Foto-Film: Kingsley`s Crossing gezeigt.
Der Film dokumentiert den langen Leidensweg des Kameruners Kingsley nach Europa.
Dabei werden sowohl die Motive seiner Auswanderung als auch die lebensbedrohlichen Umstände der Reise bei der Überwindung der Grenzen auf eindrückliche Weise geschildert.

Im Anschluss informieren und diskutieren:
Franck Düvell, Migrationsforscher und Experte für Europäische Grenzpolitik vom Centre on Migration, Policy and Society (Compas) in Oxford.
Er berichtet über seine Forschungsreise in die Ukraine, wo er Fotos der Grenzbeamten, Grenzlager und Anlagen gemacht hat.

Cornelia Gunßer, Expertin für EU-Migrationspolitik vom Flüchtlingsrat Hamburg
berichtet über Ihre letzte Reise nach Marokko, wo sie informelle Flüchtlingslager in Augenschein nehmen konnte.
Sie wird in diesem Zusammenhang sowohl über die EU-Grenzpolitik als auch die Vernetzung und Aktivitäten der Gegenbewegung sprechen.

Veranstalter sind die Heinrich-Böll Stiftung und das Promotionskolleg "Exklusionsrisiken und Inklusionsstrategien im erweiterten Europa" an der Graduate School of Social Sciences, Universität Bremen.

Als Ansprechpartner für weitere Fragen zur Veranstaltung steht Jan-Hendrik Kamlage zur Verfügung.
Telefon: 0421/218-4155
Kontakt

jkamlage@gsss.uni-bremen.de



Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

info@fluechtlingsrat-hamburg.de

<< zurück

nach oben