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Abschiebungen
23.05.2005
Aufruf für tägliche Mahnwache vor der Ausländerbehörde

vom Montag 23.05. bis Freitag 27.05 2005

Für heute und die ganze Woche vor der ALB von 8.45 - 12.00 Uhr wurde eine Mahnwachen angemeldet, um nicht wieder, wie am Freitag geschehen, von der Polizei aufgefordert zu werden, den Platz vor der ALB zu verlassen.
Die Anmeldung wurde auch so akzeptiert!
Ich war dann von 8.40 - 15.00 Uhr dort. Ulrike und zwei junge Männer vom Afghan.-Netzwerk waren auch da. Wir haben etliche zur Anhörung Vorgeladene oder wegen Ablauf der Duldung dort erschienene Afghanen informiert und in die ALB begleitet. RA Torsten Buschbeck war ab 9.30 Uhr auch in der ALB.
Gravierende Vorfälle oder Festnahmen zwecks Abschiebungen gab es m.W. nicht. Einige haben noch Asylantrag gestellt, anderen wurde zwar der afghan. Pass einbehalten, aber ihnen wurden noch Duldungen für einige Wochen oder sogar Monate erteilt. So auch bei zweien, die ich in die Anhörung begleitet habe:
Die Sachbearbeiterin Frau Reher (Raum 103) war außerordentlich freundlich, scherzte und meinte (sicher indirekt an mich als Begleiter gerichtet) "Wir sind ja nicht so unmenschlich, wie in der Presse dargestellt - natürlich behalten Sie ihre Duldung bis September" (die war schon vorher im Pass eingeklebt, wurde nun, da der Pass einbehalten wurde, als kleines Duldungspapier wieder ausgehändigt). Auf die Frage, ob er denn "freiwillig ausreisen" wolle, antwortete der junge Mann, er wolle sich das bis September überlegen. Darauf Frau Reher: "Ja tun Sie das, aber wenn nicht, treffen WIR die Entscheidung!" Dann meinte sie auch noch: "Wenn Sie im September Asylantrag stellen, schicken wir Sie nach Chemnitz und von da werden Sie dann auch abgeschoben, denn der Asylantrag verhindert zwar die Abschiebung zunächst, aber hebt sie ja nicht auf!"
Die so locker-freundliche aber in der Sache knallharte Frau Reher hatte übrigens schon am Anfang der Anhörung ihre rassistische Denkweise offenbart:

Auf die Frage nach seiner Wohnung in Billstedt meinte sie: "Ach, das ist ja eigentlich eine schöne Gegend wo Sie wohnen, aber in den letzten Jahren ganz herunter gekommen
WEGEN DER VIELEN Z I G E U N E R , die dort wohnen - die machen so viel Dreck und alles kaputt!"
Soviel zum Tag in der ALB.

Leider konnten wir heute das Café Exil nicht aufmachen, obwohl ich mir extra den Schlüssel geholt hatte. Aber wir waren ja nur zu zweit und in der ALB voll beschäftigt.
Einige Menschen hatten vorm Café vergeblich gewartet, wie wir später hörten.

WÄRE DAHER SCHÖN, WENN IN DEN NÄCHSTEN TAGEN DOCH EINIGE MEHR UNS UNTERSTÜTZEN KÖNNTEN!!!


Pressemitteilung Café Exil zu Daved (24.05.2005)
Brief vom Café Exil an die Abgeordneten der Bürgerschaft (24.05.2005)
Protokoll 21.05.2005 Café Exil
Presse
Abschiebung von Afghanen erneut vor dem Scheitern? (NDR 26.05.2005)
Ausländerbehörde lässt Afghanen festnehmen (NDR 20.05.2005)
Schweden macht sich für Flüchtlinge stark (FR 19.05.2005)



Kontakt:
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