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Abschiebungen
09.03.04 Informationen zur heutigen Abschiebung
Hamburg schiebt mit mit deutschen Reisepapieren ab
Abschiebung


Heute morgen fanden sich 20-30 Menschen am Flughafen Hamburg ein, um Passagiere der Lufthansa-Maschine nach Paris darüber zu informieren, dass wahrscheinlich mit dieser Maschine zwei Flüchtlinge über Paris und Algerien nach Burkina Faso abgeschoben werden sollen. Ein weiterer Betroffener konnte durch einen Gerichtsbeschluss in allerletzter Minute davor bewahrt werden, heute am Flughafen zu erscheinen. Er bekam später bei der Ausländerbehörde zwei Wochen Duldungsverlängerung, bis das Verwaltungsgericht über die aufschiebende Wirkung seiner Klage im Asylverfahren entschieden hat.
Näheres dazu:
FR vom 09.03.2004 Zum Staatsbesuch eine Abschiebung
Taz vom 10.3.2004 Auf das Recht pfeifen
FR vom 10.03.2004 Zwei Abschiebungen vorerst gescheitert
FR vom 12.03.2004 Compaore weiß angeblich nichts von Abschiebefall

Die Protestierenden am Flughafen wurden nach einiger Zeit aus der Abflughalle gedrängt. Einem Greenpeace-Fotografen wurde der Film abgenommen, da angeblich ein Flughafen-Sicherheitsbeamter fotografiert wurde. Zu der Abschiebung wollte sich weder der Leiter des Flughafens, Herr Waldmann, noch die angesprochene Lufthansa äußern. Herr Jordan, Pressesprecher des BGS, verwies auf die Ausländerbehörde. Deren oberster Chef, Herr Bornhöft (Leiter Einwohnerzentralamt) wusste angeblich bis gestern nichts von der Ablehnung der Einreise durch die Botschaft von Burkina Faso. Bisher hätten Abschiebungen mit dem EU-Standardreisedokument dorthin sowie in andere afrikanische Staaten (insgesamt etwa 12) doch immer geklappt! Evtl. ist ein Verbindungsglied Frau Michaelis, eine der leitenden Sachbearbeiterinnen der Hamburger Ausländerbehörde, die bekanntermaßen öfter in Afrika weilt und Gerüchten zufolge im besten Stadtteil von Ouagadougou (Hauptstadt Burkina Fasos) ein schönes Haus hat (und wohl auch gute Freunde). Aber Vetternwirtschaft gibt es doch nicht etwa auch in deutschen Behörden?

Nach Informationen des Rechtsanwalts eines der "Abschüblinge" und von Herrn Bornhöft gegenüber einem Journalisten wurde die Abschiebung heute früh gestoppt aufgrund passiven Widerstands der beiden Betroffenen. Sie hätten geweint, gesagt, sie wollten nicht fliegen und seien nicht aus dem BGS-Bus ausgestiegen. Daraufhin wurde - wohl nach Entscheidung des Piloten - die Abschiebung gestoppt. Beide blieben jedoch in Haft. Einer der beiden hat am Freitag Haftprüfungstermin.

Die Verhinderung der heutigen Abschiebung ist erst einmal ein Erfolg des guten Zusammenwirkens von RechtsanwältInnen, burkinischer Botschaft, Flüchtlingsorganisationen, Medien und anderen UnterstützerInnen. Nichtsdestotrotz will die Ausländerbehörde weiter versuchen, Flüchtlinge mit dem EU-Standardreisedokument nach Afrika (und in andere Regionen?) abzuschieben, und es ist weiter nötig, alle Informationen zusammenzutragen.

Telefonische Infos an 0173-4108642 oder per e-mail an conni.gunsser@sh-home.de! Conni Gunßer, Flüchtlingsrat Hamburg, 9.3.04

Informations about the deportation of today from Hamburg with German TCs
This morning about 20-30 people met at Hamburg airport to inform passsengers of the Lufthansa flight to Paris that probably two refugees would be deported with this flight via Paris and Algier to Burkina Faso. A third refugee could in the last minute be saved from going to the airport by a decision of the court. Later today he got two weeks Duldung until the decision of the court about the "aufschiebende Wirkung" of the appeal against the rejection of his asylum application.
More about this:
FR vom 09.03.2004 Zum Staatsbesuch eine Abschiebung
Taz vom 10.3.2004 Auf das Recht pfeifen
FR vom 10.03.2004 Zwei Abschiebungen vorerst gescheitert
FR vom 12.03.2004 Compaore weiß angeblich nichts von Abschiebefall

The protestors at the airport were driven out of the hall after some time.
The police took the film of a photographer of Greenpeace, because they said a security officer of the airport was on the photos. Concering the deportation, neither the boss of the airport, Mr. Waldmann, nor Lufthansa wanted to say something. Mr. Jordan, press speaker of the BGS, said that the Ausländerbehörde (Immigration Office) is rsponsible. Their boss, Mr. Bornhöft (head of the Einwohnerzentralamt) said, he did not know about the position of the Burkina Faso Embassy that they do not allow deportees to enter with the EU-Standard-travelling certificate. Up to now, deportations with this paper to Burkina Faso and other African countries (alltogether about 12) had worked. Maybe one link is Mrs. Michaelis, one of the leading officers of Ausländerbehörde Hamburg, wo spends much time in Africa and according to rumors has a nice house (and probably good friends) there. But is there something like nepotism in German authorities?

According to informations from the lawyer of one of the deportees and from Mr. Bornhöft to a journalist, the deportation was stopped this morning because of passive resistance of the two refugees. They cried, said, they do not want to fly and did not leave the BGS-bus. Because of this - probably after a decision of the pilot - the deportation was stopped. Both refugees are still in prison. One of them has a date (Haftprüfungstermin) at the court next Friday.

Having stopped the deportation today is a success following to good cooperation of lawyers, the Embassy of Burkina Faso, refugee organisations, media and other supporters. Nevertheless the Ausländerbehörde wants to go on trying to deport refugees with the EU-Standardreisedokument to Africa (and other regions?), and it is necessary to collect all informations.

You can call 0173-4108642 or mail conni.gunsser@sh-home.de! Conni Gunsser, Refugee Council Hamburg

Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

info@fluechtlingsrat-hamburg.de

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