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Abschiebungen
01.06.2005
Aktionen gegen Abschiebungen nach Afghanistan und anderswo

Dringender Appell zur Präsenz vor der Ausländerbehörde

Die Abschiebeversuche der Hamburger Ausländerbehörde von Flüchtlingen nach Afghanistan gehen weiter, ebenso wie andere Abschiebungen.
Bisher konnten wir durch Beratung und Begleitung die meisten der vorgeladenen afghanischen Flüchtlinge so unterstützen, dass sie zumindest jetzt noch nicht abgeschoben werden können - sei es, weil sie einen Asylantrag stellen, eine Petition einreichen, eine bevorstehende Heirat bekanntgeben, ein ärztliches Attest oder eine Ausbildungsbescheinigung vorlegen.
In den letzten Tagen hat die Ausländerbehörde offensichtlich ihre Akten gesichtet und lädt jetzt kaum noch Flüchtlinge ein, die länger als 6 Jahre hier sind.
Der Skandal, als solche und ähnliche "Irrtümer" aufgedeckt wurden, war wohl doch zu unangenehm für die Behörde und den Innensenator. Nichtsdestotrotz wird an den Abschiebeversuchen festgehalten.
Inzwischen werden auch andere Flüge als die von "Ariana" am Mittwochabend ab Frankfurt gebucht, z.B. Freitags nach Islamabad.
Außerdem werden in den letzten Tagen alle Vorgeladenen in der Ausländerbehörde darauf hingewiesen, dass sie sich bei der AWO, dem DRK oder der Flüchtlingshilfe für eine Beratung zur "freiwilligen" Rückkehr melden müssen, und es wird genau nach Adresse und Zimmernummer gefragt - letzteres deutet darauf hin, dass auch nächtliche Abholungen geplant sind.

Wir rufen deshalb dringend dazu auf, an weiteren Unterstützungsaktivitäten für die afghanischen Flüchtlinge teilzunehmen.
In den nächsten Wochen findet weiterhin jeden Mittwoch von 8.30-12 Uhr eine Kundgebung vor der Hamburger Ausländerbehörde statt, verbunden mit der Beratung und Begleitung vorgeladenener Flüchtlinge.


Da inzwischen jeden Tag afghanische Flüchtlinge zu Abschiebungsanhörungen vorgeladen sind, sind vom Flüchtlingsrat täglich Mahnwachen vor der Ausländerbehörde angemeldet, und das Café Exil braucht dringend Unterstützung zur Beratung und Begleitung dieser und anderer Flüchtlinge. Z.B. müssen zur Zeit auch sehr viele westafrikanische Flüchtlinge, die im März bei den Anhörungen der Delegation aus Guinea waren, zur Duldungsverlängerung in die Ausländerbehörde, und es kann jederzeit zu Festnahmen und Abschiebungen kommen.

Unten findet ihr eine aktualisierte Version eines Flugblatts des Flüchtlingsrats Hamburg mit Aufruf zu den o.g. Aktivitäten. Bitte verbreitet dieses Flugblatt weiter - per mail, Aushang, Kopie und Verteilung an allen erdenklichen Orten! Weitere Aktionsideen sind erwünscht! Gemeinsam können wir die Abschiebungen zumindest verzögern, aber wir müssen mehr werden!


Pressemitteilung Café Exil 03.06.2005
Hamburg schiebt ersten Afghanen ab NDR 03.06.2005
Aktualisiertes Flugblatt des Flüchtlingrats Hamburg
Presse

Kontakt:
Flüchtlingsratsbüro (Di+Do 10-12 und 17-19 Uhr): 040-431587
Hermann: 040-4911831
Kontakt:
AFGHANISTAN INFO: 040 69643869


Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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