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Aktuelles
09. bis 11. Juni 2006
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Gemeinsame Bestandsaufnahme antirassistischer Praxis
Antirassistische Konferenz
Gemeinsame Bestandsaufnahme antirassistischer Praxis
Freitag 09.06. in der Motte
Eulenstraße 43, 22765 Hamburg- Ottensen
Samstag 10.06. und Sonntag 11.06 in der W3
Nernstweg 32, 22765 Hamburg- Altona
Die Konferenz wurde unterstützt von
AKWD (Ausschuss für Kirchliche Weltdienste der Nordelbischen Kirche)
AG dritte Welt - Hier (Stiftung Umverteilen)
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Wir, das sind antirassistische Gruppen und selbstorganisierte Flüchtlingsgruppen mit sehr unterschiedlichen Betätigungsfeldern,
versammeln uns seit Jahren hinter Forderungen wie:
Freedom of movement
Keine Lager -- nirgendwo
Gleiche Rechte für alle
Kein mensch ist illegal
Offene Grenzen -- Bleiberecht für alle
Unsere Praxis dagegen besteht häufig darin, die schnellere Auszahlung der Sozialhilfe zu fordern, Spielzeuge in die Dschungelheime zu bringen oder froh zu sein, wenn sich auf einer Aktionstour neue Liebespaare finden.
Wir bewegen uns also zwischen lokaler Unterstützungsarbeit und gemeinsamen politischen Kämpfen gegen die soziale Kriegsführung der Herrschenden.
Wie können wir Abschiebungen verhindern und gleichzeitig unsere Utopien entwickeln? Es entsteht oft der Eindruck, die sich immer weiter verschärfenden Unterdrückungsverhältnisse zwingen uns in einen fortdauernden Abwehrkampf, in dem nur noch selten wir selber die Schwerpunkte bestimmen.
Uns geht es darum, auf verschiedenen Ebenen diese Widersprüchlichkeiten zu diskutieren und uns über den wahrscheinlich sehr unterschiedlichen Umgang damit auszutauschen. Wir denken, dass sich aus einer solchen gemeinsamen Reflektion neue Arbeitsansätze entwickeln können und wir zusammen besser in der Lage sein werden, die Schwerpunkte unserer Praxis wieder mehr selbst zu bestimmen.
Auftakt mit einer öffentlichen Veranstaltung am Freitagabend
Das Treffen beginnt mit einem Blick ins europäische Ausland:
in einer öffentlichen Veranstaltung am Freitagabend berichten AktivistInnen aus Griechenland und Schweden über Vor- und Nachteile aktueller dortiger Legalisierungskampagnen.
Aus Athen kommen Mitglieder der Selbstorganisierung philippinischer Hausangestellter Kasapi
und aus Göteborg Mitglieder der dortigen "ingen människa är illegal"- Gruppe.
Eine wichtige Frage der Veranstaltung soll die Übertragbarkeit auf und Durchsetzbarkeit verschiedener Wege der Legalisierung in Deutschland sein.
Vor der Veranstaltung gibt es parallel einen Ankunftspunkt mit Essen und Schlafplatzbörse und die Möglichkeit, gemeinsam das Eröffnungsspiel der Fußball-WM zu sehen.
Samstag
Der Samstag soll damit beginnen, dass Gruppen und Netzwerke ihr eigenes Handeln beleuchten und Praxiserfahrungen austauschen. Konkret wollen wir das am Beispiel von drei Netzwerken werden lassen, die erzählen sollen über Ihre Agenda, ihre Themen, ihre Aktionsformen und Bündnispolitiken
und die Strukturen, wie sie funktionieren.
In Planung sind für den Nachmittag und den Sonntagmorgen folgende
Arbeitsgruppen:
PRAXISERFAHRUNGEN/ EVALUATION
Die Diskussion des Vormittags soll und kann hier fortgesetzt und
vertieft werden -- mit einem Blick auf die Zukunft.
DIE WIDERSPRÜCHE ZUM TANZEN BRINGEN
z.B. gegen das europäische Grenz- und Migrationsregime?
Am Beispiel der EU-Grenz- und AusLagerungs-Politik würden wir gern diskutieren,
welche Widersprüche es in der aktuellen Migrationspolitik gibt, und wie wir diese in unserem Widerstand nutzen können.
hier ein paar Stichworte:
"Europa macht dicht?"
Bedarf der EU an "billigen" Arbeitskräften?
Interesse der Herkunftsländer an Rücküberweisungen von MigrantInnen?
Inwiefern bzw. um welchen Preis sind die Konzepte der Herrschenden umsetzbar?
In welcher Hinsicht sind aktuelle Maßnahmen (auch) Reaktionen auf stattfindende Migration als soziale Bewegung und was bedeutet das für politische Kämpfe innerhalb und außerhalb der EU?
ZUSAMMENHÄNGE VON LAGER- UND ABSCHIEBEPOLITIK
Kein Zweifel: Das deutsche und europäische Lagersystem erfüllt wichtige Funktionen in der Abschiebepolitik. Aus den Aktionen in den letzten Jahren (z.B. den nolager action tours) und Kämpfen gegen Abschiebungen (z.B. aktuell nach Togo) haben sich eine Reihe von Fragen entwickelt,
wie:
Welche Bedeutung haben die neuen Formen von Lagern (z.B.
"Ausreisezentren", kombinierte Aufnahme- und Abschiebelager) bei der
Durchsetzung von Abschiebungen?
Welche Erfahrungen gibt es mit Kämpfen dagegen, drinnen und draußen?
Wie können wir den Widerstand gegen das Lagersystem mit dem gegen Abschiebungen (besser) verbinden und welche Forderungen stellen wir?
LOKALE INITIATIVEN
Verbesserung der gemeinsamen Kämpfe im Bereich Gesundheitsversorgung --
In einigen Städten, wie Köln, München oder Freiburg gibt es lokale Initiativen, in denen antirassistische Gruppen mit Städte- oder BehördenvertreterInnen im Austausch sind
über u.a. verschiedene Themen
"rund um die soziale Frage" (wie Gesundheitsversorgung, Bildung, Schule,
Kindergartenplätze etc) und konkrete lokale Veränderungsmöglichkeiten.
Welche Erfahrungen gibt es aus dieser Arbeit mit Behörden bzw. deren
MitarbeiterInnen?
Was sind die Vor- und Nachteile für die eigene Arbeit?
BLEIBERECHT
"Bleiberecht ist kein Gnadenrecht! Wir wollen Papiere für alle - egal woher ein Mensch kommt, wie dick seine Brieftasche ist, egal ob er seit fünf Tagen oder 50 Jahren hier lebt", heißt es im Aufruf der Kampagne paiere für alle.
Die Flüchtlingspolitik hat sich seit der Einführung des Zuwanderungsgesetzes massiv verschlechtert. Obwohl die Forderung nach einem Bleiberecht immer öfter erhoben wird, ist eine politische
Bleiberechtsregelung durch die Innenministerkonferenz weiter blockiert.
Hintergrundinformation
Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490
info@fluechtlingsrat-hamburg.de
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