AWO-"Heimatgarten"-Projekt und Konzept für eine "Nationale Agentur für Freiwillige Flüchtlingsrückkehr"
sowie drohende Schließung von "accept" (Hamburger Behandlungszentrum für Kriegs- und Folteropfer)
Das unten als PDF Datei zu öffnende AWO-Konzept, das dem FR Niedersachsen
offiziell zugesandt wurde, um ihn für eine Zusammenarbeit zu gewinnen,
beschreibt ungeniert die Möglichkeiten einer "Rückkehrförderung" für Flüchtlinge durch Transfer von Sozialleistungen,
Medikamenten, medizinischem Gerät, Möbeln etc. in die Herkunftsländer.
Neu und besonders schockierend ist, dass vor allem Traumatisierte, Kranke, Roma und andere Flüchtlinge, die aufgrund
ihrer besonderen Situation Abschiebeschutz bekamen, zu einer "freiwilligen" Rückkehr bewegt werden sollen.
Dafür werden Kosten-Nutzen-Rechnungen aufgestellt und behauptet,
gerade solche Flüchtlinge seien im Herkunftsland nicht nur viel billiger zu betreuen,
sondern aufgrund ihrer Isolation in Deutschland dort auch besser aufgehoben. Abgesehen davon, dass ihre Unterstützung dort
auf niedrigstem Niveau und lediglich für zwei Jahre vorgesehen ist, wird völlig außer Acht gelassen, dass gerade Traumatisierte ohne
Gefährdung nicht in die Region zurückkehren können, wo sie traumatisiert wurden.
Das "Heimatgarten"-Projekt arbeitet bereits in Bremerhaven,
und in Berlin werden in der Ausländerbehörde Werbebriefe an Flüchtlinge verteilt.
Wir fordern eine Distanzierung von solchen Ansätzen und können ansonsten Flüchtlinge nicht mehr an die AWO zur Beratung verweisen.
Generelle Tendenz ist, dass öffentliche Gelder fast nur noch für Rückkehrberatung vergeben werden und Beratungsstellen,
die Flüchtlinge unterstützen, hier zu bleiben, die Förderung gekürzt oder gestrichen wird. Aktuelles Beispiel in Hamburg
ist die drohende Schließung von "accept", dem Behandlungszentrum für Kriegs- und Folteropfer (getragen von der
"Gesellschaft zur Unterstützung von Gefolterten und Verfolgten").
Ihnen wurde am 9.6.04 von der Behörde für Soziales und Familie (BSF) mitgeteilt,
dass zum 31.12.04 die Finanzierung des Behandlungszentrums eingestellt wird
(Näheres siehe Pressemitteilung und diverse Medienberichte).
Der FR protestiert aufs Schärfste gegen die Schließung dieser Einrichtung in einer Zeit, in der
Kriege in aller Welt und psychischer Druck auf Flüchtlinge hier immer dramatischere
Folgen für die Betroffenen haben, und wird bei allen Gelegenheiten auf die fatalen
Konesequenzen einer solchen Behördenpolitik hinweisen.
|