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Aktuelles
15.11.2008
Kundgebung gegen Afghanistan-Abschiebungen
Niederländisches Konsulat, Alsterufer 10, Hamburg (In der Nähe des Dammtor-Bahnhofs)
12.00 bis 14.00 Uhr
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Liebe in Hamburg lebende Landsleute und Unterstützer/innen,
die Niederländische Regierung hat kürzlich beschlossen, einige Afghanische Flüchtlinge, deren Asylanträge abgelehnt worden sind, des Landes zu verweisen und sie zusammen mit ihren Kindern und Familien in ihre Heimat, Afghanistan, abzuschieben.
Wie es aktuell den Medien zu entnehmen ist, verschlechtert sich in
Afghanistan trotz Präsenz der ausländischen Sicherheitskräfte die
Sicherheitslage durch Zunahme der Selbstmordanschläge, Attentate,
Explosionen und Entführungen geradezu täglich, so dass die Abschie-bung dieser Kinder und Familien in die unsichere Heimat nicht nur unge-recht und unmenschlich, sondern im höchsten Maße auch fahrlässig ist.
Ganz viele in Deutschland lebende Afghanen und speziell in Hamburg
sind über diese Maßnahmen der Niederländischen Regierung erschüttert
und zeigen sich gegenüber ihren Landsleuten in den Niederlanden soli-darisch. Sie verachten die Aktionen der Regierung in den Niederlanden,
die bereits Afghanen abgeschoben hat und bezeichnen solche Aktionen als Akt der Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit.
Um, diesem Standpunkt Nachdruck zu verleihen, organisieren alle Afghanen sowie auch verschiedenen deutsche Organisationen
aus Hamburg am kommenden Samstag, den 15. November 2008, zwischen 12 -14 Uhr eine Kundgebung vor dem Niederländischen Konsulat und freuen sich über zahlreiche Anteilnahme.
Aufrufer: Alle Afghanen aus Hamburg so wie deutsche Organisationen
V.i.S.d.P.: Sayed Amin, Tel. 0173-100 30 26
Eine Meldung aus den Niederlanden
In Holland sitzen seit kurzem einige Hundert afghanische Flüchtlinge in Abschiebehaft, die demnächst (per Charter?) nach Afganistan abgeschoben werden sollen. Es gibt da wohl ein Rückführungs-Abkommen zwischen den Regierungen von NL und Afgh.
Dagegen gibt es z.Zt. in Amsterdam Proteste und Demos der Afghan. Community dort (und UnterstützerInnen).
Eine Meldung aus Frankreich
Press Communication 5 Novembre 2008
The French government in cooperation with the British authorities, are preparing to send back collectively and by charter Afghan exiles placed in the detention centre at Coquelles . A flight London-Paris-Bakou-Kabul is planned for the coming days
Until today 57 Afghans arrested in the Calis and Dunkirk region have been placed in the Coquelles detention centre. While the humanitarian condition and safety continue to worsen in Afghanistan and the Non governmental organisations like the secretary general of the United Nations declare themselves to be particularly worried about the situation Britain and France organize together charters destined for Kabul
The Cimade denounce collective charters which are contrary to the principle forbidding collective expulsion , and lead to arbitrary, discriminatory and inhuman practices. They are putting the logic of efficiency and profitability over respect for fundamental human rights .
Cimade call for the authorities to immediately stop any project of deportation towards Afghanistan
Aktuell 17.11.2008
Frankreich nicht dabei!
"Die Minister (Außen- und Migrationsminister) haben beschlossen, dem
Vorschlag der britischen Behörden nicht nachzukommen, was den Flug von
London aus am 18. November angeht", so heißt es in einem Kommuniqué des
französischen Migrationsministers. Damit ist der Charterflug gemeint, mit
dem über 43 Flüchtlinge aus Afghanistan, die man vor ca. zwei Wochen in
der Gegend von Calais erst gejagt und dann eingesperrt hatte, abgeschoben
werden sollten. Der Charterflug sollte gemeinsam mit London organisiert
und
durchgeführt werden.
Am Nachmittag des 17. Novemeber hatte jedoch der
Europäische Gerichtshof, der von elf der betroffenen afghanischen
Flüchtlinge in einem Eilverfahren angerufen worden war, die französischen
Behörden gebeten, die Abschiebung auszusetzen, die aktuelle Situation in
Afghanistan berge ein zu hohes Risiko für unmenschliche oder erniedrigende
Behandlungen. In dem Kommuniqué des Migrationsministers heißt es weiter:
"die französischen Behörden werden ihre Zusammenarbeit mit dem UNHCR
fortsetzen, um festzusetzen, unter welchen Bedingungen für Afghanen, die
sich illegal in Frankreich aufhalten und die den Flüchtlingsstatus nicht
erhalten, je nachdem eine freiwillige oder nichtfreiwillige Rückkehr mit
allen erforderlichen Sicherheitsgarantien in ihr Land organisiert wird."
In einem Brief an Hortefeux vom 18. November weist amnesty international
darauf hin, dass im europäischen Pakt zu Migration und Asyl von einer
vermehrten Zusammenarbeit bei gemeinsamen Charterflügen die Rede ist.
Außerdem habe Hortefeux am 15. September vor dem Europaparlament darauf
hingewiesen, dass die *Sitzung des Verwaltungsrates von FRONTEX am 19. und
20. November in Tours* die Gelegenheit gebe, Mittel und Wege zur Stärkung
dieser Agentur zu prüfen, darunter die Organisierung von "gemeinsamen
Rückflügen".
Während die 43 Afghanen, die in Abschiebehaft in Frankreich saßen,
freigelassen wurden, ist das Schicksal der afghanischen Flüchtlinge, die
von London aus abgeschoben werden sollen im Moment noch ungewiss.
(Quellen: Brief von ai Frankreich vom 18.11.2008, Kommuniqué Cimade vom
18.11.2008, Mitteilung von Gisti, 17.11.2008)
Franco-British charter flights to deport Afghan refugees
http://www.corporatewatch.org.uk/?lid=3160
Presse
In Calais Hunted down Afghans still fear deportation
Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490
info@fluechtlingsrat-hamburg.de
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