Zu den von Hamburg aus geplanten und nach Aussagen der Innenbehörde auch schon durchgeführten
Abschiebungen mit deutschen Reisepapieren in afrikanische Länder (siehe Artikel in nd-online.de
vom 22.11.03!) gibt es eine neue pikante Information:
Einer der Flüchtlinge soll am 10.12. mit SN Brussels Airlines (SN 2630, 8.50 Uhr ab Hamburg)
über Brüssel (SN 203, Abflug 11.35 Uhr) nach Dakar (Ankunft: 16.35 Uhr) und von dort am 11.12.
mit Air Senegal (V7 700, Abflug 8.30 Uhr) nach Cotonou/Benin (Ankunft 14.20 Uhr) abgeschoben
werden. Wir vermuten, es ist kein Zufall, dass Dakar als Zwischenstopp gewählt
wurde - nicht nur, weil so die europäische Fluggesellschaft nicht mehr für den eventuellen
Rücktransport verantwortlich ist. Erst Anfang 2003 scheiterte ja ein bereits unterschriebenes
Abschiebe-Abkommen zwischen der Schweiz und Senegal, nach dem im Transit auf dem Flughafen
Dakar Abgeschobene aus der Schweiz durch Botschaftsvertreter "sortiert" werden sollten,
um sie in ihre angeblichen Herkunftsstaaten zu verteilen. Gibt es inzwischen vielleicht
ein neues Abkommen mit Senegal oder was bedeutet es, dass Dakar offensichtlich einen
abgeschobenen Flüchtling im Transit (für mehr als eine Nacht!) akzeptiert, der mit
deutschen Reisepapieren in ein anderes Land abgeschoben werden soll? In diesem Fall
soll der Flüchtling nach Benin, aber die Botschaft von Benin hat empört geschrieben,
sie habe keine Papiere ausgestellt und werde das auch nicht tun.
Falls Ihr nähere Infos zu diesen Vorgängen habt oder von uns erfragen wollt, ruft bitte Ilka
an unter 040/398426-52 (tagsüber) oder mobil 0172-4862980. Sie wird sich dann mit dem
Rechtsanwalt des Flüchtlings in Verbindung setzen. Und warnt und informiert alle potentiell
Betroffenen!
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