Ab heute morgen sollten in der Hamburger Ausländerbehörde Anhörungen durch eine dubiose Delegation aus Guinea stattfinden (siehe Pressemitteilung und Presseberichte von Ende letzter Woche). Die ersten Vorgeladenen kamen jedoch heute morgen wieder aus der Ausländerbehörde heraus mit Briefen, dass ihre Anhörungen "aus organisatorischen Gründen" auf den 11.3.05 verschoben seien. Dem Anmelder der Kundgebung, die um 10 Uhr vor der Ausländerbehörde stattfand, und der Presse wurde mitgeteilt, dass die Delegation aus Guinea erst am Donnerstag, den 3.3. anreise und die Anhörungen deshalb erst am Freitag beginnen würden.
Trotzdem fanden sich heute morgen mehr als 150 Menschen, die Mehrheit davon afrikanische Flüchtlinge, vor der Hamburger Ausländerbehörde ein und protestierten lautstark gegen die nach unserer Meinung rechtswidrigen Verhöre und die Abschiebepolitik der Behörden. Verlesen wurde auch ein von über 100 KünstlerInnen unterschriebener Appell gegen die Abschiebung von zwei Mitgliedern der Theatergruppe Hajusom!, die ebenfalls zu den Anhörungen geladen sind. Die Gruppe veranstaltete heute Nachmittag eine öffentliche Theaterprobe vor der Hamburger Ausländerbehörde und wird sich weiter an Protestaktionen beteiligen.
Die Verschiebung der Anhörungen, deren Gründe uns nicht bekannt sind, bedeutet nicht, dass unser Widerstand aufhören kann. Die Zusammensetzung der Delegation und ihre Legitimation, Papiere auszustellen, ist weiterhin unklar, und die Absicht der Hamburger Behörden, die betroffenen Flüchtlinge abzuschieben - egal wie - besteht weiter.
Für Freitag, den 4.3.05 ab 10 Uhr hat der Flüchtlingsrat Hamburg deshalb erneut eine Kundgebung vor der Ausländerbehörde Hamburg, Amsinckstr. 28 angemeldet sowie für die Woche darauf jeweils ab 9 Uhr Mahnwachen am selben Ort.
Wir rufen alle auf, sich daran zu beteiligen unter den Forderungen:
Sofortige Einstellung der rechtswidrigen Verhöre und Abreise der Delegation!
Stopp aller Abschiebungen - Bleiberecht für alle Flüchtlinge!
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