Sofortiger Abschiebestop nach Togo
Es ist bekannt und dokumentiert, da? nach dem Tod des Generals Eyadema,
dem darauffolgenden Putsch durch seinen Sohn, Faure Eyadema, und den
dann folgenden "Wahlen" die Menschenrechtsverletzungen und die
Verfolgung der Zivilbevölkerung extrem angestiegen ist. Die Diktatur der
RPT wird fortgesetzt.
In jeder Nacht sind Militär und Milizen unterwegs, Menschen zu verhaften
oder zu ermorden. Nach Angaben der togoischen Menschenrechtsliga (LTDH)
sind seit Mitte April 811 Menschen ums Leben gekommen und seit Februar
mehr als 4.500 Menschen verletzt worden. Verantwortlich sind die
bewaffneten staatlichen Kräfte, Milizen oder paramilitärische Gruppen
,die vom Militär mit Waffen und Munition ausgerüstet werden, sowie
"Sympathisanten der Regierungspartei RPT. Vor der eskalierende Gewalt
des Regimes sind mehr als 31.000 Togoer in die Nachbarländer Benin und
Ghana geflohen.
Mittlerweile hat das Europäische Parlament am 12. Mai 2005 die
togolesische Regierung nachdrücklich aufgefordert, ihre im Rahmen des Cotonou -Abkommens eingegangenen Verpflichtungen zur Herstellung und Wahrung von Demokratie, Menschen- und Grundrechten einzuhalten.
Ferner werden die EU-Mitgliedstaaten in der Resolution dazu aufgerufen, sich einseitiger Erklärungen und Handlungen in Togo zu enthalten, sondern stattdessen eine gemeinsame Position der Europäischen Union festzulegen.
Europaabgeordnete betonten, dass es nun an der togolesischen Regierung
sei, die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Lande zu beenden und die
Sicherheit der eigenen Bevölkerung einschließlich der Opposition zu
gewährleisten.
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Togo. Aufgrund der
umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom 24. April 2005 gibt es
erhebliche Unruhen im Land. Das Auswärtige Amt fordert alle deutschen
Staatsbürgern in Togo zur vorübergehenden Ausreise auf.
Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner (SPD) hat sich f?r
einen bundesweiten Abschiebestopp nach Togo ausgesprochen.
"Schleswig-Holstein schiebt zur Zeit keine Flüchtlinge
nach Togo ab", sagte Stegner am Dienstag in einem dpa-Gespräch. Er
begründete die Entscheidung unter anderem mit der Aufforderung des
Auswärtigen Amtes an alle deutschen Staatsbürger, das afrikanische Land
zu verlassen ebenso stützt er seine Forderung auf Presseberichte,
die sich auf UN-Angaben beziehen.
Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl und kirchliche Institution
fordern ebenfalls einen sofortigen bundesweiten Abschiebestop. Als ein
Ergebnis vollkommener Ignoranz gegenüber der aktuellen Krise in Togo
bewertet PRO ASYL das Ergebnis einer auf Initiative Schleswig-Holsteins
zustande gekommenen Konsultation der Innenminister zu den Konsequenzen
der Lage in Togo. Diese hatte ein eindeutiges Ergebnis erbracht: Man
sieht zur Zeit keine Notwendigkeit für einen Abschiebungsstop. Damit
werden Togoer, viele von ihnen exilpolitisch aktiv, bei fortdauernden
Abschiebungen in die aufgeheizte Situation in Togo hinein großen Risiken
ausgesetzt. Ungeachtet dessen gehen Vorführungen von Togoern zur
Passbeschaffung weiter, als herrschte im Lande Normalität. Angesichts
der Meldungen über Menschenjagden und Repressionsmaßnahmen jeder Art von
Seiten des Regimes, die binnen kurzer Zeit über 20.000 Menschen zur
Flucht in die Nachbarstaaten Togos gezwungen haben, wirkt die
vorsätzliche Handlungsunwilligkeit der deutschen Innenminister
zynisch. Darüber hinaus fordert Pro Asyl eine unbürokratische Aufnahme
besonders gefährdeter Flüchtlinge, die aus Togo zunächst nach Benin und
Ghana geflohen sind.
Verletzung der Menschenrechte und der Internationalen
Flüchtlingsschutzabkommen
Die Abschiebungen aus Deutschland nach Togo werden unvermindert
fortgesetzt. Das Auswärtige Amt und die Innenminister setzen die
Forderungen der togoischen Opposition, der Menschenrechtsorganisationen
und des Kieler Innenministeriums nicht um.
In der Zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge (ZASt) in
Horst/Mecklenburg-Vorpommern finden am 1. und 2. Juni Zwangsvorführungen
von mehreren hundert Togoern aus dem gesamten Bundesgebiet statt. Eine
Delegation der togoischen Botschaft und Vertreter des blutigen
RPT -Regimes sollen vor Ort zusammen mit Vertretern der deutschen
Behörden Reisepapiere zur Abschiebung nach Togo ausstellen.
Aufruf zur Protestkundgebung
Mittwoch 01. Juni von 9.00 Uhr bis voraussichtlich 17.00
Donnerstag 02. Juni von 8.00 Uhr bis voraussichtlich 17.00
Vor der ZASt Horst
Nostorfer Straße
19258 Nostorf -Horst (Mecklenburg -Vorpommern /Landkreis Ludwigslust)
von Hamburg: Treffpunkt 7.00 Uhr morgens
Hauptbahnhof Gleis 5/6 (R20 Richtung Rostock) Ziel Boizenburg (Elbe)
Im Namen der Kampagne zur Unterstützung des Kampfes gegen die Diktatur in
Togo und die deutsche Abschiebepolitik rufen wir alle fortschrittlichen,
demokratischen und die Menschenrechte achtenden Organisationen, Gruppen
und Personen auf sich an unseren Protesten zu beteiligen und die
Forderung nach einem sofortigen und generellen Abschiebestop nach Togo
mit all ihren Kräften zu unterstützen.
Proteste an:
Auswärtiges Amt, Außenminister Josef Fischer
Werderscher Markt 1, 10117 Berlin
Telefon 030-5000-0;Telefax 030-5000-3402; poststelle@auswaertiges-amt.de
Kontakt:
Kordinationskreis Hamburg, c/o Brigittenstr. 5, 20359 Hamburg,
Tel/Fax: 040-43 18 90 37/8 free2move@nadir.org
Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490
info@fluechtlingsrat-hamburg.de
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